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Typisierung eines Oldtimers in Österreich

Die entsprechenden Erfordernisse und Abläufe ändern sich leider immer wieder, daher ist die Beschreibung hier als Orientierung und zur Sensibilisierung zu verstehen – aber bitte nicht als blind zu befolgendes "Kochrezept".

Hat der Wagen einen österreichischen Typenschein (bzw. eine österreichische Einzeltypisierung, das wird bei einem Oldtimer das häufigere sein), dann hat man gewonnen und kann direkt zur Anmeldung schreiten.

Liegt dies nicht vor, so muss man eine Einzeltypisierung durchführen. Dazu sind bestimmte Stellen der Bundesländer berechtigt, es sind auch einige spezielle Werkstätten befugt. Details dazu und den aktuellen Stand bitte dem Internet entnehmen.
Bei der Typisierungsstelle seiner Wahl muss man vorab einen Termin vereinbaren. Es kann dabei Wartezeiten von bis zu 6 Wochen geben. Man kann den Termin aber schon reservieren lange bevor das Auto im Lande ist.

Zu dem Termin sind (außer dem Auto natürlich) folgende Unterlagen mitzubringen:
- der Kaufvertrag
- der bisherige Typenschein
- ca 180 Euro oder Bankomatkarte
- ein technisches Datenblatt
- hilfreich: die Eurotax-Bestätigung, dass es sich um ein historisches Kraftfahrzeug handelt
- ggf. historische Unterlagen des Fahrzeugs
- ggf. einschlägige Fachliteratur dieses Modell betreffend (aus Oldtimer-Zeitschriften, Spezialbücher,…)

Stammt der Wagen aus dem Ausland, so ist jedenfalls einmal der ausländische Typenschein erforderlich. Dieser hat je nach Land mehr oder weniger (oder auch gar keine) Ähnlichkeit mit unseren österreichischen Typenscheinen. In Deutschland ist es ein gründliches Werk, in England ein formloses Zettelchen mit wenig Daten drauf…

Daher ist das technische Datenblatt des Herstellers beliebt, weil es i.a. die fehlenden Daten enthält. Dieses kann meistens über den Importeur der Marke beschafft werden, man sollte dafür etwas Zeit und eine unbestimmte Menge Geldes einrechnen (Größenordnung einige hundert Euro, die Preisfestsetzung ist jedoch nicht nachvollziehbar). Sehr wertvoll können auch hier Markenclubs sein, wo etwa Mitglieder oder der Club über einschlägige Unterlagen verfügt, oder sie zu besseren Konditionen beschaffen kann.

Alternativ kann eine Kopie eines österreichischen oder auch deutschen Typenscheins eines anderen, aber nachweislich baugleichen Fahrzeugs gute Dienste tun. Auch hier sind die Clubs meistens ein idealer Fundort…

Eine Kleinigkeit am Rande: um mit dem (ja ich Österreich eben noch nicht zugelassenen)
Oldtimer zur Typisierungsstelle fahren zu können, sind i.a. Probekennzeichen ("blaue Taferl", "Werkstättentaferl") erforderlich. Es empfiehlt sich ohnehin, bei einer Werkstatt den Wagen auf seine Fahrtüchtigkeit durchsehen zu lassen (damit wird auch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Typisierung erhöht) – häufig kann diese Werkstatt mit den Kennzeichen aushelfen. Einschlägige Werkstätten übernehmen tw auch die Typisierung als Leistung.

D
ie Typisierung selber ist wie ein "Pickerl"-Test, etwas ausführlicher und mit Überprüfung zahlreichen Daten des Modells angereichert. Je weniger aus den mitgebrachten Unterlagen (verlässlich, glaubhaft und nachvollziehbar) ersehen werden kann, desto schwieriger wird es.

Insgesamt sollte man mit einer Größenordnung von 2 Stunden rechnen, kann natürlich etwas rascher gehen, oder auch etwas länger dauern.

Das Ergebnis:
im Bestfall ist die Überprüfung des Autos selber ohne (grobe) Mängel, und es können alle Daten gefunden werden. Dann wird life die Einzeltypisierung ausgestellt, man bezahlt (etwa 180 Euro, Stand 2010), und kann zur Anmeldung übergehen.

Wenn es nicht so gut läuft, kann es beim Auto und/oder den Daten Mängel geben. Mängel beim Auto resultieren in einer Liste von Beanstandungen, welche von einer Werkstatt zu beheben sind. Danach muss man noch einmal mit dem Auto zur Kontrolle, ob die Arbeiten fachgerecht erfüllt sind, kommen.
Wenn Unterlagen/Daten fehlen so sind diese zu beschaffen und nachzuschicken oder nachzubringen. Die Einzeltypisierung ist jedenfalls persönlich abzuholen. Hat es beim Auto keine Beanstandungen gegeben, so muss man zur Nachreichung der Unterlagen/Abholung der Typisierung nicht mehr mit dem Oldtimer kommen.

In jedem Fall sollte man sich von der Typisierungsstelle in der Einzeltypisierung die Stellen zeigen lassen, aus denen die Zulassung als "historisches Kraftfahrzeug" zu ersehen ist.
(Es hilft, diese Stellen zu kennen, nachdem andere Behörden ev. danach fragen, etwa Finanzamt, siehe unten).


Freischalten der NOVA beim Finanzamt

Für historische Kraftfahrzeuge entfällt angenehmerweise die NOVA-Abgabe bei der Erstanmeldung in Österreich.
Der Umstand, dass für das betreffende Fahrzeug keine NOVA mehr zu entrichten ist (sei es, dass sie bei einem jungen Gebraucht-Import fällig war und bezahlt wurde, sei es dass sie bei einem Oldtimer eben nicht fällig wird) muss vom Wohnsitz-Finanzamt in einem zentralen System vermerkt werden.