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Kauf eines Oldtimers

Vorbereitung:
Man sollte wissen, worauf man sich bei einem bestimmten Modell einlässt. Es gibt zu fast allen Oldtimern Fachliteratur, welche auch beschreibt, wie sich der Betrieb und Besitz in Aufwand und Geld "anfühlt". Es gibt auch unzählige Oldtimer-Clubs, die gerne einen Interessenten beraten – i.a. auch, ohne dass man bereits Mitglied ist. Dort kann man meistens auch mit langjährigen Besitzern vergleichbarer Fahrzeuge sprechen.
Mit diesen Kenntnissen ausgestattet, sollte man für sich festlegen, welcher Zustand und welche Preislage gesucht wird, aber auch wie man potentielle Fahrzeuge prüfen möchte
(etwa: Probefahrt, Überprüfung in Fachwerkstätte,…).

Suche:
Es gibt viele Wege, seinen künftigen "Liebling auf vier Rädern" zu entdecken. Es gibt zahlreiche Plattformen im Internet, auch viele Händler sind einzeln im Internet vertreten, es gibt Zeitschriften mit Inseraten, es gibt Clubs, es gibt vielleicht Bekannte, und es gibt unglaubliche Zufälle.
Wenn man nun ein Auto gefunden hat, das in Frage kommt, gilt nur eine einzige Regel: RUHIG BLEIBEN, und seinen Vorsätzen treu bleiben, wie ein interessantes Fahrzeug überprüft werden muss. Seien Sie schnell, wenn es günstig aussieht, aber nicht schlampig bei den Vorsichtsmaßnahmen.
Egal wie schön die Fotos sind, wie gut die Beschreibung klingt, wie verlockend der Preis ist: man sollte immer daran denken, dass es i.a. eine hohe Investition ist, mit stets einem bestimmten Risiko. Dieses sollte klein gehalten werden.
Ein seriöser Verkäufer, der nichts zu verbergen hat, stimmt "normalen" Wünschen wie Besichtigung, Probefahrt, Wertstattüberprüfung zu. Tut er das nicht, sollte man sich fragen, warum das wohl so ist.
Steht das Traumstück im Ausland, macht das die Sache natürlich nicht einfacher. Aber man sollte nachrechnen: lieber ein 2-Tages-Trip um ein paar hundert Euro, und dafür Sicherheit
erlangen, oder riskieren, vielleicht nach dem Kauf zehntausende Euro in Reparaturen zu investieren… Das mag drastisch klingen, ist aber keineswegs unrealistisch.

Vertragsabschluss:
Hat man nun den gesuchten Wagen gefunden, ausreichende Klarheit über seinen Zustand erworben, und sich über den Kaufpreis geeinigt, so steht dem Kauf nichts mehr im Wege.
Ganz wichtig ist es, jedenfalls einen ordentlichen Kaufvertrag ("ordentlich" im Sinne der österreichischen Rechtslage) aufzusetzen, um nicht später bei der Anmeldung des Wagens ungeahnte Probleme zu bekommen. Der Kaufvertrag ist gleichermaßen nötig bei Erwerb von einem privaten Verkäufer wie von einem Händler.
Der Kaufvertrag sollte enthalten:
- Name und Anschrift von Käufer und Verkäufer
- Datum und Ort der Vertragsschließung
- Marke und Modell des Wagens
- Datum der Erstzulassung (mit Wagenpapieren vergleichen)
- Fahrgestellnummer und Motornummer (detto)
- bisheriges Kennzeichen (falls angemeldet gewesen)
- Kaufpreis (Betrag und Währung, allesfalls enthaltene Mehrwertsteuer)
- Unterschrift von Käufer und Verkäufer


Einfuhr eines Oldtimers nach Österreich

Falls man einen Oldtimer im Ausland erworben hat, so muss dieser ja nach Österreich eingeführt werden. Dabei ist die physische Einfuhr (Transport, siehe unten) zu bedenken sowie die Folgen am Papier (und in Folge am Bankkonto).

Einfuhr aus einem EU-Land
Dank der EU ist bei der Einfuhr eines Gebrauchtwagens jeden Alters (gilt damit natülich auch für Oldtimer) aus einem EU-Land nach Österreich kein Zoll und keine Einfuhrumsatzsteuer fällig. An der Grenze sind auch keine Formalitäten erforderlich, man kann einfach durchfahren. Der Verkäufer muss aus einem EU-Land sein, der Wagen sollte auch aus einem EU-Land abgeholt werden. Dann passt das sicher. Natürlich gilt das für Erwerb im Inland erst recht.

Einfuhr aus einem Land außerhalb der EU
Bei Einfuhr aus einem sogenannten "Drittland" nach Österreich ("Erstland" ist wohl Österreich, "Zweitland" wäre dann die EU…) ist entscheidend, ob es sich im rechtlichen Sinne um einen Oldtimer handelt. Grob gesagt trifft das zu, wenn das Auto mindestens 30 Jahre alt ist und sich im wesentlichen in Originalzustand befindet (genaueres siehe oben).
In diesem Fall fällt bei der Einfuhr KEINE Zollabgabe an, sehr wohl aber die Einfuhrumsatzsteuer. Diese beträgt zur Zeit 10% vom Rechnungswert plus Transportkosten. Wenn der Rechnungswert nicht glaubwürdig ist (d.h. zu niedrig), dann darf das Amt den tatsächlichen Wert des Oldtimers schätzen und diesen Wert als Basis für die Berechngung der Einfuhrumsatzsteuer heranziehen.


Transport

Abhängig vom Ursprungsland stehen verschiedene Transportmöglichkeiten zur Verfügung:
- Überstellung "auf eigener Achse"
- Transport am LKW
- Transport im Container

Überstellung "auf eigener Achse"
Das bedeutet, dass man mit dem erworbenen Fahrzeug vom Kaufort zum Bestimmungsort fährt. Je weiter weg, desto weniger ist das anzuraten. Bei Übersee erübrigt es sich eigentlich.
Zu bedenken ist einerseits der Zustand des Wagens, die Kenntnis des Fahrers über Autos dieses Typs, und Vorkehrungen für den Fall einer Panne (Ausland?) sind zu treffen. Für den Einsteiger ist dies i.a. nicht zu empfehlen. Hat jemand etwa seit Jahren einen ähnlichen Wagen in Verwendung, und läßt sich vielleicht von einem einschlägigen Mechaniker begleiten, dass sieht die Lage natürlich anders aus. Jedenfalls sollte der Wagen vorher ausgiebig probegefahren werden, und das auch bei höheren Geschwindigkeiten, sowie von ein
er Fachwerkstätte noch überprüft werden, bevor man eine lange Überstellungsfahrt unternimmt. Auch Vorräte der diversen Flüssigkeiten sind dringend anzuraten, insbesondere wenn es keine Standardprodukte sind, die man an jeder Tankstelle bekommt (etwa spezielle Hochdruck-Bremsflüssigkeiten….).
Ein ganz wichtiger Punkt ist: für diese Fahrt muss der Wagen über eine (ggf. internationale) Haftpflichtversicherung verfügen. Je nach Ursprungsland (und ggf durchfahrenen Ländern) kann die Rechtslage sehr verschieden sein. Manchmal kann die heimische Versicherung hier helfen (temporäre Anmeldung, Überstellungskennzeichen), manchmal kann es die bisherige Versicherung des Verkäufers tun (zB in England). Wie auch immer: der Punkt muss vor Antritt der Reise geklärt sein (und schriftlich vorliegen). Je nach eigener Einschätzung kann zusätzlich ein Kaskoschutz sinnvoll sein.
Die Vorteile dieser Methode können bei den Kosten liegen, und vor allem lernt man sein neues Fahrzeug bei dieser Gelegenheit kennen. Und vielleicht lässt es sich sogar mit einem Kurzurlaub verbinden.

Transport am LKW
Dabei wird der Oldtimer auf einen LKW aufgeladen und zum Bestimmungsort gefahren. Dringend zu empfehlen sind geschlossene LKWs. Dies einerseits wegen Witterungseinflüssen, andererseits (leider) auch wegen Diebstahl- oder Sabotagegefahr.
Auch empfiehlt es sich deshalb bei dieser Transportmethode (wie auch beim Containertransport, siehe unten) alle losen Kleinteile – wie etwa Zigarettenanzünder oder Betriebsanleitung – separat per Post schicken zu lassen, da man den Schlüssel auf die Reise mitgeben muss. Das Transportunternehmen sollte auch über die entsprechende Versicherung verfügen (der LKW kann samt Oldtimer gestohlen werden, er kann in einen Unfall verwickelt werden,…). Den Versicherungsschutz und den versicherten Betrag sollte man schriftlich haben.
Die Vorteile vom Transport am LKW sind, dass es wenig der eigenen Zeit bedarf, dass es relativ kostengünstig ist, und v.a. dass man nicht nachts im Ausland auf einer entlegenen Bundesstrasse eine Panne haben kann. Zum "relativ kostengünstig" sei noch angemerkt, dass es große Unterschiede bei den Transportkosten gibt. Die Anbieter reichen vom weltweiten Logisik-Konzern bis zum 1-Mann/1-Lastwagen-Unternehmen. Am besten fährt man auch hier mit Empfehlungen, auch da sind wieder einmal die Oldtimer-Clubs eine gute Quelle.

Transport im Container
Beim Containertransport wird der Oldtimer bei Abholung in den Container gefahren, verzurrt, und häufig auch der Container versiegelt. Containertransport ist bei sehr großen Distanzen (Übersee) oft der einzig sinnvolle Weg. Containertransport ist nicht billig, bietet aber den besten Schutz (daher auch für sehr wertvolle Fahrzeuge sinnvoll). Da Containerunternehmen i.a. sehr große Logistik-Firmen sind, ist die Versicherungsfrage hier meistens kein Thema.
Es gibt "halbe" (=kurze) Container, in die passt ein Fahrzeug. In die "normalen" (=langen) passen i.a. zwei Fahrzeuge (US-Strassenkreuzer bitte nachprüfen). Häufig sind die Kosten für einen großen Container nur unwesentlich über jenen für einen halben. In solchen Fällen bietet sich eine "Transportgemeinschaft" mit einem Sammler-Kollegen an. Oder man erwirbt gleich ein zweites Fahrzeug, welches ja viel günstiger kommt, weil der Transport praktisch nichts kostet.

Ein Wort noch zum Zustand des Oldtimers bzgl der Transportwege: bei allen oben beschriebenen Transportarten wird vorausgesetzt, dass das Fahrzeug fahrtauglich ist. Bei "eigener Achse" sollte es ja sowieso in sehr gutem Zustand sein, bei LKW und Container sollte es zumindest die paar Meter über die Rampe schaffen. Es kann stinken, qualmen und quietschen, aber es muss fahren können. Das steht auch in den Angeboten der Transportunternehmen. Ist das Fahrzeug NICHT fahrfähig, so muss das dazugesagt werden. Manche Anbieter können auch mit "rollfähigen" Fahrzeugen noch umgehen (kann also nicht selber fahren, lässt sich aber schieben). Ist auch das nicht gegeben (zB Wrack ohne Räder als Restaurierungsprojekt) so bleibt oft nur LKW mit Kranbeladung. Auf jeden Fall muss man auf diese Dinge vorher achten und sicher sein, dass sie berücksichtigt wurden (wieder mal: schriftlich geben lassen). Denn die AGBs der Transportunternehmen schlagen sonst sicher zu…