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Wieviel kann/soll/muss man mit einem Oldtimer fahren?

Auch hier gibt es eine einfache Richtlinie: am besten ist es, wenn der Oldtimer regelmäßig, aber nicht extrem viel fährt.

Zur Häufigkeit von Ausfahrten:
unter "regelmäßig" wird eine Größenordnung von einmal pro Woche verstanden. Wenn man mal in einer Woche mehrere Ausfahrten macht, und ein anderes mal zwei oder drei Wochen dafür keine, so ist das auch kein Beinbruch. Aber längstens alle paar Wochen sollte das gute Stück schon an die frische Luft.

Zur Dauer von Ausfahrten:
unter "nicht extrem viel" kann man eine Größenordnung von 1.000 km pro Saison (Jahr) verstehen, ob es nun 500 oder 1.500 sind, ist hier auch nicht das wesentliche.
Eine Ausfahrt sollte im Normalfall nicht zu kurz sein, am besten nicht unter ca 20km, und mit gemischter Geschwindigkeit (nicht nur Stau in der Stadt). Der Sinn dahinter ist, dass alle Flüssigkeiten (Motoröl, Getriebeöl, Kühlflüssigkeit, Bremsflüssigkeit, ggf Hydraulikflüssigkeit) auf Betriebstemperatur kommen sollen, ebenso der Motor, und dass diese Temperatur auch noch kurz gehalten wird. Dabei werden eben alle Teile in "normalen Betriebsmodus" versetzt, ausgetrocknete Dichtungen dehnen sich aus und werden angefeuchtet, Schmutzpartikel lösen sich,…

Wenn man deutlich mehr fährt, steigen grundsätzlich die Kosten durch ganz normale Abnützung. Wenn man extrem wenig fährt, kann es zu Kosten durch Folgen der längeren Stehintervalle kommen. Beides ist natürlich möglich, verteuert aber den Betrieb, dessen sollte man sich nur bewusst sein.


Garagieren:

Jeder Oldtimer sollte ganzjährig in einer Garage untergebracht sein (außer bei Ausfahren natürlich).
Warum?
Weil praktisch jedes Wetter dem Oldtimer schadet, am schlimmsten sind UV-Licht und Feuchtigkeit. Aber auch Hitze, Kälte, und natürlich Frost schaden.
Reifen und Dichtungen werden angegriffen, vom Holz geht der Klarlack ab, und potentiell entsteht an vielen Stellen Rost.

Garagen gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Für den Oldtimer ist dabei nur ein Punkt ganz wichtig: die Garage muss gut belüftet sein! Feuchtigkeit, die nicht zu verhindern ist, muss entweichen können. Ansonsten rostet das gute Stück schneller als im Freien. Das Beste ist natürlich eine Entfeuchtungsanlage, aber das ist kein Muss.

Und im Zweifelsfall lieber mehr Lüftung, auch wenn die Temperatur dann manchmal mehr der Außentemperatur folgt, als keine Lüftung.

Material und Größe der Garage ist aus Pflegesicht zweitrangig – das interessiert mehr den Garagenbesitzer als den Oldtimer.


Überwintern:

Ein Thema, um das sich viele autophile Legenden ranken. Klar, man kann das Auto in seine Einzelteile zerlegen, diese in Watte packen, und es im Frühjahr wieder zusammensetzen. Wer die entsprechenden Fähigkeiten, Mittel und den Platz dazu hat – und v.a. keine anderen Hobbies – der kann das natürlich tun.

Allen anderen sei gesagt: es gibt ein paar wichtige Dinge zu beherzigen, wenn man im Frühjahr einen unbeschwerten Beginn der Oldtimer-Saison erleben möchte. Diese haben sich bei vielen Oldtimern als ausreichend erwiesen. Hier sind sie – mit Begründung, warum man es machen sollte:

- Überwintern in einer gut belüfteten Garage:
            verhindert Schäden durch Feuchtigkeit, extreme Kälte, ev. auch UV-Licht
- den Tank vor dem Winter anfüllen
            der volle Tank verhindert, dass im leeren oberen Bereich Rost durch Kondenswasser
            entsteht
- ins Kühlwasser Frostschutz geben
            idealerweise eines mit Korrosionsschutz, verhindert Auffrieren des Kühlers
- die Scheibenwaschanlage füllen, dabei auf ausreichend Frostschutz achten
            auch in einer Garage kann es frieren, es sei denn sie ist beheizt
- den Reifendruck erhöhen
            damit bleibt der Reifen rund
- die Batterie an ein Dauer-Lade/Entladegerät anschließen
            das simuliert den Fahrbetrieb, die Batterie hält i.a. um 1-2 Jahre länger und ist v.a. im
            Frühjahr sofort startklar
- Handbremse nicht anziehen
            verhindert, dass sie stecken bleibt
- Türdichtungen (ev auch Kofferraumdeckel und Motorhaube) mit zB Vaseline einschmieren,
            das hält geschmeidig und verhindert Ankleben

Zum Abschluss noch zur Frage: WANN ist denn "Winter" aus Sicht des Oldtimer-Fahrers?
Die meisten Fahrer orientieren sich dafür an Schnee, Eis und v.a. am Salz und am Streusplitt.
Spätestens wenn zum ersten Mal Salz oder Splitt auf den Strassen liegt, sollte der Oldtimer in seiner Garage bleiben. Das Salz greift den Unterboden, die Karosserie, Gummis und den Lack an; und der Streusplitt sorgt dafür, dass Lack, Scheinwerfer und Windschutzscheibe nicht allzu unbeschädigt aussehen…

Und im Frühling – keine Überraschung – sollte man spätestens, wenn der Streusplitt wieder eingesammelt ist, seine erste Ausfahrt mit dem ausgeruhten Oldtimer planen.

Wielange nun die Oldtimer-Saison dauert, ist natülich geografisch bedingt. Im südlichen Niederösterreich ist sie im Schnitt von April bis November, mit einem Monat Schwankung in beide Richtungen. In den Bergen Westtirols wird das Vergnügen entsprechend kürzer sein
(von Mitte Juni bis Mitte August, dann kommt der erste Schnee…).